Filmplakat

Almanya - Willkommen in Deutschland (Bildnachweis: Concorde)© Concorde

DVD-Cover

Almanya - Willkommen in Deutschland (Bildnachweis: Concorde HE)© Concorde HE

Almanya - Willkommen in Deutschland

Stab und Besetzung

Originaltitel: Almanya. Festivals: 12.02.2011 (Filmfestspiele Berlin). Kinostart: 10.03.2011 (DE). Verleih: Concorde Filmverleih (DE). Länge: 97 Min. (Presseheft) bzw. 101:01 Min. (FSK). FSK: ab 6 Jahren (Freigabekarte). FBW: besonders wertvoll (Begründung).

Regie: Yasemin Samdereli (Regie 2nd Unit: Nesrin Samdereli). Drehbuch: Nesrin Samdereli & Yasemin Samdereli. Kamera: Ngo The Chau. Schnitt: Andrea Mertens. Szenenbild: Alexander Manasse (Szenenbild). Kostümbild: Steffi Bruhn. Maskenbild: Tatjana Krauskopf & Constanze Madlindl (Maske). Musik: Gerd Baumann. Ton: Christian Götz (Originalton), Guido Zettier & Stefan Korte (Sounddesign und Mischung), Guido Zettier (Supervising Sound Editor), Stefan Korte (Re-Recording Mixer). Visuelle Effekte: Abraham Schneider (VFX Supervisor).

Darsteller: Vedat Erincin (Hüseyin [alt]), Fahri Ogün Yardim (Hüseyin [jung]), Lilay Huser (Fatma [alt]), Demet Gül (Fatma [jung]), Aykut Kayacik (Veli [alt]), Aycan Vardar (Veli [jung]), Erkan Karacayli (Muhamed [alt]), Kaan Aydogdu (Muhamed [jung]), Aliya Artuc (Leyla ([jung]), Siir Eloglu (Leyla [alt]), Petra Schmidt-Schaller (Gabi), Denis Moschitto (Ali), Aylin Tezel (Canan), Trystan Pütter (David), Rafael Koussouris (Cenk), Axel Milberg (Beamter), Antoine Monot jr. (Nachbar), Oliver Nägele (Politiker), Jule Ronstedt (Lehrerin), Arnd Schimkat (Polizist), Tim Seyfi (Gemüsehändler), Walter Sittler (Verkäufer), Aglaia Szyszkowitz (Ärztin), Katharina Thalbach (Rentnerin), Saskia Vester (Nachbarin) [in der Reihenfolge der Titelsequenz am Ende] u.a.

Inhalt

Kurzinhalt (Presseheft):

"Wer oder was bin ich eigentlich - Deutscher oder Türke?" Diese Frage stellt sich der sechsjährige Cenk Yilmaz (...), als ihn beim Fußball weder seine türkischen noch seine deutschen Mitschüler in ihre Mannschaft wählen. Um Cenk ein wenig zu trösten, erzählt ihm seine 22-jährige Cousine Canan (...) die Geschichte ihres Großvaters Hüseyin (...), der Ende der 60er Jahre als türkischer Gastarbeiter nach Deutschland kam und später seine Frau und Kinder nach "Almanya" nachholte. Seither ist viel Zeit vergangen und Deutschland ist längst zur Heimat der Familie geworden.

Eines schönen Abends überrumpelt Hüseyin bei einem großen Familientreffen seine Lieben mit der Nachricht, er habe in der Türkei ein Haus gekauft und wolle nun mit ihnen zusammen in ihre alte Heimat fahren. Da stellt sich allerdings für den einen oder anderen die Frage, wo eigentlich seine Heimat ist. Doch Widerworte werden nicht geduldet, und so bricht die ganze Familie in die Türkei auf. Es beginnt eine Reise voller Erinnerungen, Streitereien und Versöhnungen - bis der Familienausflug eine unerwartete Wendung nimmt ...

Quelle: Concorde Filmverleih (Presseheft)

Klappentext (DVD-Cover):

Wie verläuft das Leben, wenn man als 1.000.001 Gastarbeiter nach Deutschland kommt? "Almanya - Willkommen in Deutschland" erzählt mit viel Humor und Einfühlungsvermögen die Geschichte von Hüseyin Yilmaz und seiner Familie, die Mitte der 60er Jahre ihre Heimat Türkei verlassen, um als Gastarbeiter das deutsche Wirtschaftswunder zu unterstützen.

Der sehr persönliche Film beruht zum Teil auf der Familiengeschichte der Filmemacherinnen, die den Zuschauer auf berührende und höchst amüsante Weise teilhaben lassen an einer Welt zwischen Orient und Okzident, an einer großen kultur- und generationsübergreifenden Geschichte.

Quelle: Concorde Home Entertainment (EAN: 4010324028594)

Auszeichnungen

  • Katholische Filmkritik: Kinotipp 210/März 2011
  • 61. Deutscher Filmpreis (08.04.2011): Bester Spielfilm in Silber & Bestes Drehbuch (Nesrin Samdereli & Yasemin Samdereli)
  • Bernhard-Wicki-Filmpreis - Die Brücke 2011 (30.06.2011): Nachwuchspreis (Yasemin Samdereli)
  • Gilde-Filmpreis 2011 (22.09.2011): Bester Spielfilm (national)
  • Preis der deutschen Filmkritik (13.02.2012): Bestes Spielfilmdebüt & Bestes Drehbuch (Nesrin Samdereli & Yasemin Samdereli)

Kinotipp der katholischen Filmkritik (Begründung):

[...] Mit ihrer frischen Dramaturgie hebt sich die unterhaltsam-charmante Komödie der türkischstämmigen Schwestern Samdereli angenehm von vielen wohlgemeinten, "missionarischen" Filmen ab. Was auf den ersten Blick "nur" leichte Kost zu sein scheint, gibt bei genauerem Blick weit mehr preis, wobei das "Migrationsthema" durch seine optimistische, menschlich-humane Grundhaltung überzeugt. Der kluge Aufbau bietet viele amüsante Einfälle zum Thema "Aufeinandertreffen der Kulturen", womit der Film unterhaltsam die festgefahrene Integrationsdebatte entkrampft, vor allem wenn der tragikomische Pointenreigen die Erwartungshaltung umdreht und aus der Sicht der Einwanderer auf die deutschen Verhältnisse blickt.

Filmzitate

Canans Erzählung (Titelsequenz):

Canan (off): [Schwenk auf ein Foto mit Beschriftung "Canan und Dede 1987"] Das bin ich mit meinem Großvater. Das ist das erste Bild von uns zusammen. [Schwenk auf ein Gruppenfoto] Und das sind wir heute. Viele Jahre später. Mit der ganzen Familie. Ich ganz links und Opa ganz rechts. Das ist das letzte Bild, das es von uns gibt. Kurz nachdem dieses Foto gemacht wurde hat sich alles verändert. Ich denke oft darüber nach, wie mein Leben verlaufen wäre, wenn ich in der Türkei auf die Welt gekommen wäre und nicht in Deutschland. Das ich aber "made in Germany" bin, verdanke ich dem deutschen Wirtschaftswunder. [...] Am 10. September 1964 schrieb ein Gastarbeiter deutsche Geschichte. An diesem Tag erreichte die Zahl der Einwanderer einen historischen Rekord. Einem dieser Männer war es vorherbestimmt, zu Ruhm und Ehren zu gelangen. [...] Aber eben leider nur einem. [...] Auch wenn Armando Rodrigues damals als der einemillionste Gastarbeiter für Schlagzeilen sorgte, erzählen wir hier die Geschichte des einemillionundersten. Einem Mann namens Hüseyin Yilmaz. Meinem Großvater. Und so schritt Opa in seine vielversprechende Zukunft. - Fatma (off): Hüseyin! [Texteinblendung: "45 Jahre später"]

Was sind wir denn jetzt?

Cenk: Was sind wir denn jetzt? Türken oder Deutsche? - Gabi (Cenks Mutter): Deutsche. - Ali (Cenks Vater): Türken. - Gabi: Naja, Dede und Nene haben jetzt den deutschen Pass. - Hüseyin (Cenks Großvater): Ach, das ist ein Stück Papier. Wir sind immer noch Türken! [Zu Cenk] Und du auch! - Canan (Cenks Cousine): Cenk, man kann auch beides sein! So wie du! - Cenk: Nein, das geht nicht! Entweder die eine Mannschaft oder die andere! Wenn Oma und Opa Türken sind, warum sind sie dann hier? - Canan: Na, weil die Deutschen sie gerufen haben. [...]

Cenks Rede:

Cenk: Ich bin Cenk. Hüseyin Yilmaz ist mein Opa. Er ist vor kurzem gestorben. Aber ich weiß, was er sagen wollte. Wir haben zusammen geübt. Sehr geehrte Frau Bundeskanzlerin und liebe Mitbürger, ich danke Ihnen sehr, dass ich als einemillionunderster Ausländer, der nach Deutschland kam, um zu arbeiten, heute zu Ihnen sprechen darf. Ich lebe seit 45 Jahren hier. Manchmal war es gut und manchmal schlecht. Aber jetzt bin ich glücklich. Früher ...

Canans Erzählung (Schlussworte):

Canan (off): Ein kluger Mann antwortete mal auf die Frage "Wer oder was sind wir?": Wir sind die Summe all dessen, was vor uns geschah. All dessen, was unter unseren Augen getan wurde. All dessen, was uns angetan wurde. Wir sind jeder Mensch und jedes Ding, dessen Dasein das unsere beeinflusste oder von unserem beeinflusste wurde. Wir sind alles, was geschieht, nachdem wir nicht mehr sind, und was nicht geschähe, wenn wir nicht gekommen wären.

Altersfreigabe im Vergleich

  • DE: Freigegeben ab 6 Jahren.

FSK (Freigabebegründung):

Der Film erzählt die ereignisreiche Geschichte einer türkischen Migrantenfamilie in Deutschland von den 60er Jahren bis in die Gegenwart. Die Geschichte, die weitgehend aus der Perspektive eines sechsjährigen Jungen erzählt wird, enthält keine Situationen, die für Kinder ab sechs Jahren eine emotionale Überforderung darstellen. Auch ernstere Themen wie Geburt und Sterben werden in einer für diese Altersgruppe angemessenen Weise behandelt. Die durchweg heitere Grundstimmung sowie zahlreiche humorvolle Szenen tragen ebenfalls zur emotionalen Entspannung bei.

Quelle: Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft (FSK) [Zugriff: 21.07.11]

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DVD-Kapitel

  1. Als Gastarbeiter in Deutschland
  2. Wie alles anfing [12:23]
  3. Abreise nach Almanya [22:27]
  4. Reiseplanungen [30:24]
  5. Deutschland sagt danke [35:00]
  6. Das neue Zuhause [40:48]
  7. Urlaub in der Türkei [47:42]
  8. So ist das Leben [54:41]
  9. Zurück zu den Wurzeln [1:02:28]
  10. Und wo ist jetzt Opa? [1:12:31]
  11. Wer oder was sind wir? [1:22:31]
  12. Abspann [1:31:56]

Quelle: Concorde Home Entertainment (EAN: 4010324028594)