Filmplakat

Die Wohnung (Bildnachweis: Salzgeber)© Salzgeber

Die Wohnung

Stab und Besetzung

Originaltitel: Hadira. Internationaler Titel: The Flat. Festivals: 11.07.2011 (Jerusalem Film Festival), 22.04.2012 (Tribeca Film Festival). Kinostart: 14.06.2012 (DE). Verleih: Edition Salzgeber (DE). Länge: 97 Min. (Presseheft) bzw. 97:08 Min. (FSK). FSK: ohne Altersbeschränkung. FBW: besonders wertvoll (Begründung).

Regie: Arnon Goldfinger. Drehbuch: Arnon Goldfinger. Kamera: Philippe Bellaiche & Talia (Tulik) Galon. Schnitt: Tali Halter Shenkar. Musik: Yoni Rechter. Ton: Amos Zipori (Ton), Daniel Iribarren (Tongestaltung), Ansgar Frerich (Tonmischung). Sprecher: Axel Milberg (in der deutschen Fassung). Mitwirkende: Hannah Goldfinger, Edda Milz von Mildenstein u.a.

Inhalt

Kurzinhalt (Presseheft):

Eine Wohnung in Tel Aviv, ein Stück Berlin mitten in Israel. 70 Jahre lang hat Gerda Tuchler hier mit Ehemann Kurt gelebt, nachdem sie vor dem Holocaust aus Deutschland fliehen mussten. Weggeschmissen haben sie nichts. Als sie mit 98 Jahren stirbt, trifft sich die Familie zur Wohnungsauflösung. Inmitten unzähliger Briefe, Fotos und Dokumente werden Spuren einer unbekannten Vergangenheit entdeckt: Die jüdischen Großeltern waren eng befreundet mit der Familie des SS-Offiziers Leopold von Mildenstein.

Filmemacher und Enkel Arnon Goldfinger nimmt zusammen mit seiner Mutter den Kampf auf: mit Wut und Mut gegen die Kisten, den Staub, die Antiquitätenhändler, die Familie, die Vergangenheit und die Gegenwart, Verdrängung und Wahrheit.

Quelle: Edition Salzgeber (Presseheft, o.S.) [Print]

Auszeichnungen

  • Israelischer Filmpreis: Bester Dokumentarfilm
  • Jerusalem Film Festival 2011: Best Director of a Documentary Film
  • 33. Bayerischer Filmpreis (20.01.2012): Dokumentarfilmpreis
  • Tribeca Film Festival 2012: Best Editing in a Documentary Feature
  • Gilde-Filmpreis 2012 (20.09.2012): Bester Dokumentarfilm

Jerusalem Film Festival - Best Director (Documentary Film) (Jury):

This is a beautifully composed film about uncomfortable truths and the challenge of confronting them. Mr. Goldfinger undertakes expert research and leads us through his findings in a way that is not only gentle and sensitive, but also compelling and creative

Quelle: Jerusalem Film Festival [Zugriff: 03.06.2012]

Bayerischer Filmpreis - Dokumentarfilmpreis (Begründung):

Der israelische Filmemacher Arnon Goldfinger lässt uns in dieser deutsch-israelischen Koproduktion an der Auflösung der Wohnung seiner verstorbenen Großmutter in Tel Aviv und der Aufdeckung eines Familiengeheimnisses teilhaben. Nicht nur die vielen deutschen Bücher zeugen davon, dass die Großeltern zwar vor den Nazis nach Palästina flohen, in der Seele aber "deutsch" geblieben sind. Fotos, Briefe und Zeitungsausschnitte deuten auf eine langjährige, weit über das Kriegsende hinausreichende Freundschaft der Großeltern mit einem ehemaligen SS-Mann und seiner Frau hin. Auf Spurensuche in Deutschland stellt Arnon Goldfinger fest: Auch die eigene Urgroßmutter wurde im KZ ermordet, doch selbst dies tat der unglaublichen Freundschaft der Großeltern keinen Abbruch. Welch ungewöhnlich große Geste, wenn sich ein Jude der dritten Generation nach dem Holocaust in seinem Film der Erkenntnis stellt, dass das Tabuisieren nicht nur Täter-, sondern auch Opfer-Familien zu Eigen sein kann.

Quelle: Bayerische Staatskanzlei, Pressemitteilung, 20.01.2012

Tribeca Film Festival - Best Editing (Documentary Feature) (Jury):

For a story so skillfully told that even though we thought this subject had been covered already by many great films, to our surprise a new story emerged that took us by surprise, left us on the edge of our seat, and will stay with us. The story is based on a complicated and murky journey into the unknown; however, thanks to the sure-handed and deceptively simple editing, it unfolded so clearly and powerfully that even a scene of the filmmaker and his mother lost in a rainy graveyard becomes beautifully climactic and memorable. This is a lesson in how a modestly shot family history can transcend its personal nature and become universal in its insights into human psychology thanks to great filmmaking craft.

Quelle: Tribeca Film Festival [Zugriff: 03.06.2012]

Herr K. meint ...

TV-Produktionsfaktor-Check: Der Film ist eine Koproduktion von Arnon Goldfinger und zero one film in Koproduktion mit ZDF, SWR und Noga Communications/Channel 8 und in Zusammenarbeit mit ARTE.

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