Filmplakat

Generation Kunduz - Der Krieg der Anderen (Bildnachweis: Martin Gerner)© Martin Gerner

Generation Kunduz - Der Krieg der Anderen

Stab und Besetzung

Originaltitel: Generation Kunduz - Der Krieg der Anderen. Internationaler Titel: Generation Kunduz - The War of the Others. Festivals: 21.08.2011 (Festival des films du monde Montréal), 18.10.2011 (DOK Leipzig). Kinostart: 15.03.2012 (DE). Verleih: Martin Gerner Film (DE). Länge: 80 Min. (Presseheft) bzw. 80:07 Min. (FSK, Video). FSK: ab 12 Jahren. FBW: -

Regie: Martin Gerner. Drehbuch: Martin Gerner. Kamera: Resa Asarshahab, Ali Hussein Husseini, Karim Amin, Aziz Deldar & Martin Gerner. Schnitt: Ole Heller. Musik: Stefan Döring. Ton: Martin Gerner (Ton), Karl Atteln (Tongestaltung). Mitwirkende: Mirwais, Nazanin, Hasib, Ghulam, Kathera, Gul Jan, Hadschi Dschalat.

Inhalt

Kurzinhalt (Presseheft):

Generation Kunduz ist intimes Portrait und zugleich gesellschaftspolitische Auseinandersetzung mit der überraschend lebendigen Alltagswelt von fünf jungen Afghanen. Sie erzählen von ihrem Leben im Krieg in Kunduz, jenem Ort, an dem sich der verheerende deutsche Luftangriff vom September 2009 zugetragen hat.

Mirwais, 10 Jahre und noch ein Kind, redet über Krieg und Frieden fast wie ein Erwachsener. Nazanin, eine Reporterin beim lokalen Radio, kämpft für Gleichberechtigung, obwohl sie die Burka tragen muss. Hasib, ein Student und Aktivist der neuen Zivilgesellschaft, träumt von freien und fairen Wahlen. Ghulam und Khatera drehen mit spartanischen Mitteln ihren ersten Spielfilm, ein Liebesdrama, mitten im bewaffneten Konflikt.

Die Geschichten geben Einblick in die Seelenlage einer jungen Generation, die zwischen Taliban und ausländischem Militär aufwächst und sich nach einer offenen Gesellschaft sehnt, einem arabischen Frühling am Hindukusch. Aber ständig ist ihr Aufbruch in Gefahr, gerät der Alltag zur Gratwanderung. Normalität wechselt mit verstörender Wirklichkeit. So entstehen sehr persönliche und, trotz aller Widrigkeiten, Mut machende Geschichten.

Regisseur Martin Gerner hat das Land nicht erst für diesen Film bereist. Seit mehreren Jahren arbeitet er als Reporter vor Ort. Außerdem bildet er als Trainer und Dozent für Medien angehende afghanische Journalisten und Journalistinnen in Afghanistan aus. Immer wieder hat er dabei seine Erfahrungen mit den Menschen geteilt.

Quelle: Martin Gerner Film (Presseheft)

Auszeichnungen

  • 54. DOK Leipzig 2011: DEFA-Förderpreis für einen herausragenden deutschen Dokumentarfilm
  • 16. Filmfest Schleswig-Holstein - Augenweide (25.03.2012): Preis für den besten langen Dokumentarfilm
  • 18. Shanghai TV Festival 2012: Jury's Grand Prix Prize

DEFA-Förderpreis (Begründung):

Der mit 4.000 Euro dotierte Förderpreis der DEFA-Stiftung auf dem 54. Internationalen Leipziger Festival für Dokumentar- und Animationsfilm 2011 geht in diesem Jahr an Martin Gerner für seinen Film "Generation Kunduz - Der Krieg der Anderen". / Kunduz - eine Region im nördlichen Afghanistan. Der Krieg ist stets allgegenwärtig, doch es gibt noch etwas anderes: Hoffnung und den Willen zur Veränderung. Junge Frauen kämpfen gegen patriarchale Strukturen für mehr Anerkennung und bessere Bildung. Künstler drehen einen Liebesfilm, mit dem sie gleichzeitig aufklären wollen. Ein Student betreut als Freiwilliger die Vorbereitungen zur Wahl. / Martin Gerner dokumentiert ein Krisengebiet ohne die typischen Klischeebilder. Er zeigt starke afghanische Frauen und Männer, die den Mut haben, starre Gesellschaftsregeln auch ohne fremde Hilfe zu brechen. Es ist eine neue Generation des Aufbruchs. Den Krieg führen die Anderen.

Augenweide - Bester langer Dokumentarfilm (Begründung):

Martin Gerner begleitet fünf junge Afghanen, die sich im permanenten Kriegszustand engagieren, um sich und ihren Mitmenschen ein friedliches Leben zu ermöglichen. Durch die Nähe des Regisseurs zu den Protagonisten und die Entscheidung, mit einem afghanischen Team zusammenzuarbeiten, wird uns ein neuer, anderer Blick auf die Härten des Alltags freigegeben. Entgegen der gängigen Berichterstattung füllt das Debüt des Regisseurs durch die Wahl der Perspektive nicht nur eine Leerstelle für uns Deutsche, sondern erzählt in starken Bildern von Krieg und Normalität, Angst und Optimismus, zwischen Taliban und internationalem Militär.

Filmzitate

Texteinblendungen zu Beginn des Films:

Kunduz ist, wie ganz Afghanistan, zum Symbol militärischer Ausweglosigkeit geworden: Tausende von deutschen und US-Soldaten, denen es nicht gelingt, die Taliban zu besiegen. // Anfangs relativ ruhig, ist Kunduz mittlerweile zunehmend umkämpft. / 2009 wurden hier auf deutschen Befehl zwei von Taliban entführte Tanklaster bombardiert. Mindestens 90 Menschen kamen dabei ums Leben, der größte Teil davon Zivilisten. // Aber was wissen wir sonst über Kunduz und seine Bewohner, zwischen Alltag und täglicher Bedrohung?

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