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Kohlhaas oder Die Verhältnismäßigkeit der Mittel (Bildnachweis: missingFILMs)© missingFILMs

Kohlhaas oder Die Verhältnismäßigkeit der Mittel

Stab und Besetzung

Originaltitel: Kohlhaas oder Die Verhältnismäßigkeit der Mittel. Festivals: 30.06.2012 (Filmfest München), 24.01.2013 (Filmfestival Max Ophüls Preis), 19.06.2013 (Festival des deutschen Films). Kinostart: 08.08.2013 (DE). Verleih: missingFILMs (DE). Länge: 89:42 Min. (FSK, 25 fps), 90 Min. (Presseheft) bzw. 93:26 Min. (FSK, 24 fps). FSK: ab 6 Jahren (Freigabekarte). FBW: besonders wertvoll (Begründung).

Regie: Aron Lehmann. Drehbuch: Aron Lehmann, frei nach "Michael Kohlhaas" von Heinrich von Kleist. Kamera: Cristian Pirjol. Schnitt: David Hartmann. Szenenbild: Peter Anders (Szenenbild). Kostümbild: Sabine Kubat. Maskenbild: ... (Maske). Musik: Boris Bojadzhiev. Ton: Kai Theißen (Ton), ... (Mischung), Torben Seemann (Sound Supervisor).

Darsteller: Robert Gwisdek (Lehmann), Jan Messutat (...), Thorsten Merten (...), Rosalie Thomass (...), Heiko Pinkowski (...), Michael Fuith (...) [in der Reihenfolge des Plakats] u.a.

Inhalt

Synopsis (Presseheft):

Tief in der bayrischen Provinz entsteht das Historiendrama "Kohlhaas". Doch statt eines mächtigen Epos, das mit Kostümen und aufwändigen Kulissen beeindrucken sollte, kämpfen nun erwachsene Männer mit selbst gehäkelten Kettenhemden und verschlissenen Anzügen in einer zerfallenen Burgruine und bekriegen sich gegenseitig mit imaginären Schwertern, Pistolen und Handgranaten.

Verbissen kämpft Regisseur Lehmann um eine Vision, der die Mittel entzogen wurden. Allein die Wahrhaftigkeit des Spiels seiner Darsteller und die Fantasie der Zuschauer sollen nun genügen, um dem Film Glaubwürdigkeit zu verleihen. Trotzdem ist Lehmann auf Unterstützung angewiesen, welche er in dem kleinen Dorf Speckbrodi findet. Hier, wo Filmdrehs noch etwas Außergewöhnliches sind, findet Lehmann Drehorte, Unterkünfte und reichlich begeisterte Darsteller.

So beginnt die Verfilmung der Geschichte von Kohlhaas, dem Pferdehändler. Einem Mann, der noch für seine Ideale gerade steht: Aufrichtigkeit und Gerechtigkeit. Kohlhaas glaubt an eine gute Welt und fällt diesem Glauben zum Opfer. Kohlhaas, der um zwei Pferde (welche in diesem Fall aussehen wie Kühe) betrogen wird und vergeblich versucht, sich auf legalem Weg Recht zu verschaffen, muss erkennen, dass er gegen die Vetternwirtschaft der Obrigkeit machtlos ist. Seine Weltanschauung ist erschüttert und er beschließt, sich sein Recht mit Gewalt zu holen.

Doch Lehmanns Dreh verläuft nicht reibungslos. Seine eigenwilligen Ideen und sein Fundamentalismus bei der Umsetzung des Films bescheren ihm Anhänger wie Feinde. In Speckbrodi, wo man andere Vorstellungen von dem Film hatte, wird er fallen gelassen, die Unterstützung wird ihm entzogen. Aber Lehmann gibt nicht auf. Wie seine Hauptfigur Kohlhaas ist er bereit, bis zum Äußersten zu gehen um seinen Film zu beenden. Lehmann kämpft um seine Vision und seine Ideale - bis zum bitteren Ende.

Quelle: missingFILMs (Presseheft) [PDF]

Auszeichnungen

  • 34. Filmfestival Max Ophüls Preis (26.01.2013): Publikumspreis Langfilm
  • 9. Festival des deutschen Films (30.06.2013): Filmkunstpreis

Festival des deutschen Films - Filmkunstpreis (Begründung):

Mit Phantasie, Bessenheit und einer unverwechselbaren Handschrift verwandelt der Regisseur die Kleistsche Novelle in ein filmisches Abenteuer, bei dem sich groteske Komik und heiliger Ernst die Waage halten. Das Wagnis der Verwandlung von Literatur in Film ist hier auf beglückende Weise gelungen.

Quelle: Festival des deutschen Films, Pressemitteilung

Altersfreigabe im Vergleich

  • DE: Freigegeben ab 6 Jahren.

FSK (Freigabebegründung):

Drama über einen Filmregisseur, der um jeden Preis die Novelle "Michael Kohlhaas" verfilmen will, während der Dreharbeiten jedoch mit allerlei Widrigkeiten konfrontiert wird. Der Film ist dialogorientiert und sehr ruhig erzählt, weshalb auf formaler Ebene keinerlei Überforderungen bei Kindern ab 6 Jahren zu befürchten sind. Auch inhaltlich gibt es keine Szenen, die auf ab 6-Jährige eine beeinträchtigende Wirkung haben könnten. Vereinzelte dramatische Momente fallen kurz aus und entwickeln im Gesamtkontext keine nennenswerte Wirkung. Szenen mit Situationskomik sowie die teilweise langen Einstellungen auf Landschaften sorgen zusätzlich für Distanz von den Geschehnissen.

Quelle: Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft (FSK) [Zugriff: 01.09.13]